Vertrauen verpflichtet

Tiefer Referenzzins begünstigt stabile Mieten.


Der hypothekarische Referenzzinssatz für die Mietzinsen bleibt auch nach der
Publikation am 3. Juni 2019 unverändert auf dem Niveau von 1,5%. Folglich gibt es
keinen aktuellen Bedarf zur Mietzinsanpassung. Bei Neuvermietungen drückt die hohe
Zahl leerstehender Wohnungen auf die Anfangsmieten.


Der vom Bundesamt für Wohnungswesen vierteljährlich publizierte hypothekarische
Referenzzinssatz für die Mietzinsen liegt am 3. Juni 2019 weiterhin bei 1,5%. Der
zugrundeliegende Durchschnittssatz ist allerdings weitergesunken. Der HEV Schweiz hält
daher eine Senkung des Referenzzinssatzes allenfalls bereits Ende 2019 für durchaus
möglich.

  • Dank der weiterhin tiefen Hypothekarzinsen und der schwachen Teuerung können die
    Bestandesmieten trotz der grossen Investitionstätigkeit der Vermieter für Unterhalt und
    wertvermehrende sowie energetische Mehrleistungen weitgehenden konstant gehalten
    werden. Die Belastung der Haushaltseinkommen des Mittelstandes mit Wohnkosten ist seit
    über 20 Jahren stabil. Im Schnitt geben die Schweizer Haushalt ca. 15 bis 20 Prozent ihres
    Einkommens für das Wohnen aus.
  • Im Schnitt kostet eine Mietwohnung in der Schweiz durchschnittlich 1330 Franken pro
    Monat. Dieser Preis unterscheidet sich natürlich von dem, was in den Inseraten
    ausgeschrieben ist. Das liegt vor allem daran, dass langjährige Mieter eine sehr tiefe Miete
    haben, während bei Neuvermietungen die Anfangsmietzinsen höher liegen.
  • Die Leerwohnungsquote ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Schweizweit stehen
    über 72‘000 Wohnungen leer – das sind etwa so viele wie es in der Stadt Bern gibt. Für
    dieses Jahr dürfte die Zahl der leeren Wohnungen nochmals ansteigen.

Kein aktueller Handlungsbedarf bei den Mietzinsen
Bei Mietverhältnissen, deren Mietzinse bereits auf einem Referenzzinssatz von 1,5% basieren,
besteht kein Handlungsbedarf. Beruht der Mietzins noch auf einem höheren Referenzzinssatz,
gilt es, aufgrund der aktuellen Kostenstände einen Senkungsbedarf zu prüfen: Eine Reduktion
des Referenzzinssatzes um ein Viertelprozent entspricht einer Mietzinsreduktion von 2,91%.
Dagegen kann der Vermieter 40 Prozent der Teuerung sowie allgemeine Kostensteigerungen
(Unterhaltsteuerung, Gebührensteigerungen etc.) und wertvermehrende Investitionen geltend
machen. Ein Senkungsanspruch besteht gemäss Gesetz sodann nur, wenn aufgrund der
Referenzzinsreduktion mit dem bestehenden Mietzins ein übersetzter Ertrag erzielt wird. Bei
Altliegenschaften kann sich der Vermieter auch auf die Orts- bzw. Quartierüblichkeit des
Mietzinses berufen. In einem allfälligen Verfahren ist der zulässige Ertrag respektive die
Üblichkeit des Mietzinses durch den Vermieter nachzuweisen.


Nützliche Unterlagen und Hilfsmittel zum Thema Mietzinsanpassungen
Zu beziehen via Mitgliedersekretariat des HEV Schweiz, 044 254 90 20; QCkuJi8AKCU2bTMjKDclKTpuIyg@nospam:
- HEV-Handbuch der Liegenschaftsverwaltung (überarbeitete Auflage 2016)
- HEV-Broschüre: Zahlen & Fakten für die Mietrechtspraxis (überarbeitete Auflage 2018)
- Mietzinsrechner: https://www.hev-schweiz.ch/vermieten/mietverhaeltnis/mietzinsrechner/ 

Quelle: www.hev-schweiz.ch


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